Baden-Baden 2017: Die Stars der Großen Woche

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Große Woche in Baden-Baden 2017

Guignol in Baden eine Macht

Keiner freut sich so schön wie Filip Minarik. Und nach dem Großen Preis von Baden hatte der dreimalige deutsche Champion-Jockey dazu auch allen Grund.

Sein Sieg mit Guignol im Hauptereignis der Großen Woche war der Lohn für einen taktisch klugen Ritt, denn er servierte dem Frontrenner an der Spitze ein Rennen nach Maß. Ungestört konnte Minarik zunächst die Pace verschleppen, bevor er in der Gegengerade das Tempo langsam steigerte.

Im Schlussbogen waren Guignol und er als erste auf Betriebstemperatur und legten danach immer wieder zu. Ein hartes Finish war so gar nicht notwendig und der Erfolg im wichtigsten deutschen Jahrgangsvergleich ein Kinderspiel. Für Minarik war es bereits der vierte Erfolg in seinem „Lieblingsrennen“. Zuvor konnte er den Grand Prix schon mit Prince Flori, Nightflower und Ivanhowe gewinnen.

Und auch Guignol wird zu einem echten Baden-Baden Spezialisten: er schaffte in diesem Jahr mit Siegen im Frühjahrspreis und im Grand Prix ein bemerkenswertes Doppel. In Iffezheim ist er noch ungeschlagen.

Iquitos und der Derbysieger

So kam es doch nicht zum großen Showdown zwischen dem Galopper des Jahres Iquitos und dem frisch gebackenen Röttgener Derbysieger Windstoß.

Doch Iquitos enttäuschte in Baden-Baden keineswegs. Für seinen  Speed war die Pace im Großen Preis viel zu flau und so sprach sein Jockey Andrasch Starke auch kurz nach dem Rennen von einem „Hundetrab“.

Iquitos bricht deshalb kein Zacken aus der Krone. Er konnte beide Badener Top-Rennen bereits im Vorjahr gewinnen und sein diesjähriger Erfolg im Großen Dallmayr-Preis in München war zum Zunge schnalzen. Für den Adlerflug-Sohn geht es jetzt zum Prix de l’Arc de Triomphe.

Derbysieger Windstoß rackerte die ganze Gerade herunter, ohne wirklich zwingend zu wirken. Platz vier war für seine Fans sicher ernüchternd. Trotzdem gibt es noch keinen Grund, den Stab über ihn zu brechen.

Vielleicht sehen wir ihn im Preis von Europa schon wieder von einer ganz anderen Seite.

Guignol, der Held der Großen Woche

Und das geht leicht: Guignol und Filip Minarik gewinnen den Großen Preis von Baden gegen Iquitos. (Foto: Turfexperte)


Ein Derbyjahrgang ohne Stars

Der Preis von Europa ist auch das Ziel von Colomano. Der Hengst nahm in Baden-Baden Revanche am Derbysieger und blieb wie in der Union vor Windstoß.

Colomano, der schon im Großen Preis von Berlin die Klinge mit den älteren Pferden kreuzte, zog sich als Dritter – nur einen kurzen Kopf hinter Iquitos – achtbar aus der Affäre.

Nach dem Badener Laufen ist die Frage nach dem Primus im Jahrgang wieder offen. Der Preis von Europa könnte da endgültig für Klarheit sorgen.

Die alten Hasen

So richtig kommt der Derbyjahrgang nicht ins Rollen. Während der Großen Woche gingen alle großen Jahrgangsvergleiche an die alte Garde.

Beim vierten Anlauf klappte es endlich für Son Cesio in der Goldenen Peitsche. Nur einen Kopf dahinter blieb der Auenqueller Daring Match knapp geschlagen. Auch er hätte so einen Treffer längst  einmal verdient.

Im Oettingen-Rennen zeigte sich dann Pas De Deux von seiner besten Seite. Er konnte seinen Sieg aus dem Vorjahr wiederholen. Und das gegen den frischen Gruppesieger Palace Prince und den amtierenden Mehl Mülhens-Sieger Poetic Dream.

Die Bilanz von Pas De Deux in Baden ist dann auch aller Ehren wert. Bei fünf Starts gelangen ihm drei Gruppesiege und ein Sieg im Ausgleich I. Da kann man im Stall von Yasmin Almenräder stolz sein.

Und auch Pas De Deuxs Runner-up, Palace Prince, holte sich bereits am ersten Meetingstag ein weiteres Grupperennen. Der Derbyzweite von 2015 schlug dabei mit Devastar und Potemkin zwei der besten deutschen Mitteldistanzler und kommt nun ebenfalls auf drei Gruppesiege in Baden-Baden.

Zwei Stuten mit Zukunft

Beim jüngsten Jahrgang machte die Röttgenerin Narella mächtig Eindruck. Die Stute gewann das Zukunftsrennen in großem Stil. Aus dem Hintertreffen kam sie Mitte der Geraden richtig ins Rollen. Ihr Vater Reliable Man stellt so in seinem ersten Jahrgang gleich eine Gruppesiegerin und das im ersten deutschen Grand Prix Rennen für die Youngster.

Tags zuvor holte sich die Iffraj-Tochter Sojourn aus dem Ullmann-Stall das Winterkönigin-Trial. Als die junge Stute eingangs der Geraden hoffnungslos festsaß, mochte man ihr einen Erfolg gar nicht mehr zutrauen, doch als sie endlich auf freie Bahn kam, war die Frage nach der Siegerin schnell beatwortet.

Beide Stuten haben sicher das Potenzial im Preis der Winter weit vorn zu landen.

Guignol: Sieger im Großer Preis von Baden 2017


Sieger im Großen Preis von Baden

So sehen Sieger aus: Guignol und Filip Minarik. (Foto: Turfexperte)

Röttgener Sieg: Narella holt sich das Zukunftsrennen

Eine Klassestute aus Röttgen: Narella gewinnt das Zukunftsrennen gegen Auenperle (rechts) und Julio. (Foto: Turfexperte)


Die Champions

Ein tolles Meeting hatten Peter Schiergen und Andrasch Starke. Das Dream-Team des deutschen Turfs holte sich die Championate bei den Trainern und den Jockeys königin weit vorn zu landen.

Mit 8 Siegen und 7 Plätzen liefen die Pferde aus dem Asterblüte Stall in Baden-Baden besonders schnell. Für den wichtigsten Treffer sorgte die Dreijährige Stute Ashiana im Zastrow-Stutenpreis. Auf ihr zeigte Starke einen glänzenden Ritt und hielt die gewiss nicht schlechter laufende Diana Storm sicher in Schach.

Leider gehört sie zum kopfstarken Aufgebot für den Arc Sale bei Arqana. Ihr Start in Iffezheim dürfte wohl der letzte für deutsche Interessen gewesen sein.

Andrasch Starke kam auf insgesamt 7 Erfolge und ließ damit seine Jockey-Kollegen deutlich hinter sich. Da machte es auch nichts, dass er am ersten Meetingstag noch in den USA ritt und auch am zweiten Meetingstag erst verspätet ins Geschehen eingriff.

Auch Jean Pierre Carvalho und Filip Minarik werden sicher gern an die diesjährige Große Woche zurückdenken, denn in puncto Gewinnsumme ließen beide die Konkurrenz weit hinter sich.

Die Gruppesiege von Palace Prince und vor allem Guignol waren besondere Highlights. Und Minarik setzte sogar noch einen drauf und holte sich mit der Areion-Tochter Cabarita das höchstdotierteste Zweijährigen Rennen der Großen Woche. Das war im Finish gegen Andrasch Starke ein hartes Stück Arbeit.

Das Highlight im deutschen Turfkalender

Über den sportlichen Stellenwert der Großen Woche wurde auch in diesem Jahr mit Eifer diskutiert. Ein kleines Feld im Hauptereignis, mangelnde internationale Beteiligung und zu wenig Wettrennen mit formstarken Pferden waren nur einige Themen.

Fakt ist, dass der Rennsport in Deutschland immer noch in der Krise steckt. Das Wettgeschäft ist miserabel und die Rennpreise viel zu niedrig, um den Besitzern wenigstens teilweise eine Refinanzierung ihrer Passion zu bieten.

Das merkt man auch in Baden-Baden. Trotzdem ist die Große Woche das Highlight im deutschen Turfkalender und ein wichtiger Schrittmacher für den Galoppsport. Wer unsere schnellsten Galopper sehen will, ist hier genau richtig. Von den insgesamt sechs Gruppe I Siegern, die aktuell in Deutschland trainiert werden, starteten immerhin  vier während der Großen Woche: Potemkin, Windstoß, Iquitos und Guignol.

Und wer den Großen Preis von Baden in diesem Jahr hautnah miterlebt hat, wird den Sieger Guignol und seinen vor Freude strahlenden Jockey Filip Minarik sicher nicht so schnell vergessen. Auf ein Wiedersehen mit den beiden im nächsten Jahr, kann man sich jetzt schon freuen!


Top-Jockeys der Großen Woche 2017

Jockey Starts Siege Plätze Siegschnitt Gewinn
           
A.Starke 26 7 8 26,9 177.075 €
A.de Vries 31 5 9 16,1 139.500 €
F.Minarik 32 5 7 15,6 293.400 €
D.Porcu 22 4 8 18,2 44.375 €
M.Casamento 30 3 9 10,0 48.375 €
M.Pecheur 17 3 3 17,6 20.000 €
St.Hellyn 25 2 5 8,0 63.700 €
E.Pedroza 20 2 4 10,0 66.175 €
A.Helfenbein 15 2 2 13,3 34.800 €
A.Pietsch 22 2 1 9,1 16.050 €

Top – Trainer der Großen Woche 2017

Trainer Starts Siege Plätze Siegschnitt Gewinn
           
P.Schiergen 23 8 7 34,8 134.075 €
H.-J.Gröschel 18 3 3 16,7 137.800 €
J.-P.Carvalho 9 3 3 33,3 212.500 €
Chr.Frhr.v.d.Recke 9 3 2 33,3 37.750 €
Frau Y.Almenräder 7 3 0 42,9 47.300 €
M.Klug 28 2 6 7,1 110.150 €
Andr.Wöhler 13 2 3 15,4 43.175 €
J.Hirschberger 9 2 3 22,2 55.000 €
W.Glanz 13 2 3 15,4 17.825 €
Chr.J.M.Wolters 6 2 2 33,3 22.200 €

 

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