Röttgen und das Derby

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Derbysieger aus Röttgen

Röttgen und das Derby

Auf dem Weg nach Hamburg

Eigentlich lief alles gegen ihn. Gut vier Wochen vor dem Derby wurde Windstoß in Hannover umgeritten. Und das sah gar nicht gut aus. Der Hengst kam zu Fall und sein Reiter Adrie de Vries brach sich dabei den Finger. Mit dem Rennreiten ist es für de Vries seitdem erstmal vorbei.

Nur eine Woche später lief Windstoß dann in der Union. Im wichtigsten Test vor dem Derby zeigte er einen großen Lauf. Von der Spitze aus gab er sich in der langen Kölner Geraden nie geschlagen und kämpfte bis zum Schluss. Platz zwei hinter dem Stallgefährten Colomano war eine starke Form.

Doch das Rennen musste Substanz gekostet haben. Eine nochmalige Formsteigerung im Derby war da nicht unbedingt wahrscheinlich.

Windstoß stürmt zum Sieg

Was Windstoß dann im Derby leistete, hat sicher nicht nur mich überrascht. Im Rennen lief für ihn gar nichts nach Plan. Im Schlussbogen kam er in äußerster Spur, fast am Ende des Feldes, in die Gerade.

Dann packte er an und holte sich die Gegner, einen nach dem anderen. Und auf der Linie verwies er den lange führenden Enjoy Vijay noch sicher mit einer Länge auf den Ehrenplatz.

Es gab schon Derbysieger die überlegener gewonnen haben, wie Orofino, Sea The Moon oder Samum, doch eine solche Aufholjagd nach einem so verkorksten Rennverlauf gab es noch nie. Windstoß ist ein echter Champion.

Windstoß und Maxim Pecheur geiwnnen das Derby 2017

Endlich ein Sieg für Röttgen im Deutschen Derby: 58 Jahre nach Uomo stürmen Windstoß und Jockey Maxim Pecheur in Hamburg zum Sieg. (Foto: Ana Springfeldt Profifoto. Mehr tolle Fotos vom Derby-Meeting 2017 gibt es auf Ihrer Webseite springfeldtprofifoto.com)


Endlich ein Sieg für Röttgen

Windstoß und sein Team machten es möglich: Endlich wieder ein Sieg für Röttgen im Deutschen Derby. Es ist der dritte Sieg für die berühmten 4711-Farben, die sich seit 1930 im Rennen der Rennen versuchen.

Eine Bilanz die schon ein wenig verwundert, denn an Klassepferden aus Röttgen gab es in dieser langen Zeit keinen Mangel. Das Glück war eben nicht immer auf der Seite des renommierten Gestüts. Immer wieder trafen die Cracks aus Heumar in Hamburg auf zu starke Gegner oder scheiterten am Rennverlauf.

Einer der besten, der Schimmel Sternkönig, hätte die Klasse und die Form zum Derbysieg gehabt. Doch 1993 reichte es im „Jahrhundert-Jahrgang“ des deutschen Turfs hinter Lando und Monsun nur zu Platz 3.

Sternkönigs Erbe

Der eisenharte Sternkönig holte sich trotz des starken Jahrgangs immerhin vier Grupperennen. Ein besonderer Höhepunkt: der Sieg im Düsseldorfer Preis der Privatbankiers auf Gruppe I – Ebene. In der Rekordzeit von 2:25-3 Min. für die 2400 Meter ließ er mit Andreas Helfenbein im Sattel unter anderem auch Monsun und Lando hinter sich.

Als Deckhengst war Sternkönig nie richtig in Mode. Doch bis zu seinem Tod 2012 hatte er immer wieder Klassepferde, wie Kallisto, Bonvivant, Tempelstern, White Lightning, Simonas oder die St. Leger Siegerin Hey little Görl, auf der Rennbahn.

Ganz aktuell macht Matchwinner von sich reden. In Hamburg war jüngst sein erster Sieg auf Gruppeebene fällig. Er stammt aus dem letzten Jahrgang von Sternkönig.

Sternkönig mit Jockey Olaf Schick

Ein Derbysieg blieb ihm verwehrt: der Klassehengst Sternkönig belegte im Derby hinter Lando und Monsun den dritten Platz. Hier mit Jockey Olaf Schick vor dem Preis von Europa 1995. (Foto: Turfexperte)


Ein Derby-Pedigree

Da kommt es nicht von ungefähr, dass auch Windstoß den Schimmel Sternkönig im Pedigree führt. Er ist der Vater von Wellenspiel, der Mutter des jüngsten Derbysiegers.

Zwar besaß Wellenspiel während ihrer Rennkarriere nur solide Handicap-Klasse, doch so manche Sternkönig-Stute entwickelt sich in der Zucht zur wahren Perle. Mit Windstoß hat Wellenspiel gleich mit ihrem ersten Nachkommen den Derbysieger gestellt. Da darf man auf die jüngeren Hengste von Soldier Hollow, Reliable Man und Kamsin gespannt sein.

Die Vaterlinie von Windstoß ist die klassische Derbylinie in Deutschland. Sein Vater Shirocco konnte das Derby 2004 gewinnen. Der Klassehengst gewann danach u.a. mit dem Coronation Cup und dem Breeders Cup Turf zwei internationale Top-Rennen.

Shiroccos Vater Monsun wurde zwar nur zweiter im Derby, ist aber ohne Wenn und Aber der beste deutsche Deckhengst, den es je gab. Im Deutschen Derby siegten neben Shirocco noch seine Söhne Samum und Schiaparelli, sowie seine Enkel Kamsin, Pastorius, Lucky Speed und Sea The Moon.

Geht man noch eine Generation weiter trifft man auf Königsstuhl, den Vater von Monsun. Er ist der einzige deutsche Triple Crown Sieger. Sein Derbysieg gegen Nebos 1979 bleibt unvergesslich. Und seine Söhne Pik König und Lavirco holten sich ebenfalls das Blaue Band.

Ausgerechnet Shirocco

Trotz der ruhmreichen Verwandtschaft und den eigenen hervorragenden Rennleistungen konnte  Shirocco als Deckhengst die hohen Erwartungen nicht erfüllen.

Nach seinem Verkauf an das Darley Stud von Sheik Mohammed startete er 2006 im Gestüt mit vollen Listen. Doch viel Geduld hatte man mit ihm nicht.

Mittlerweile deckt er im irischen Glenview Stud für den National Hunt Sport. Und das mit großem Erfolg. Sein Aushängeschild, die Stute Annie Power, gewann  2016 die Champion Hurdle und die Aintree Hurdle. Sie ist eine der populärsten Stuten im National Hunt Sport der letzten Jahre und ihre Mutterlinie führt über ihre Großmutter Anna Paola, schnurstracks nach Heumar.

Und noch eine Klassestute verbindet Shirocco mit dem Gestüt Röttgen. Seine Tochter Wild Coco wurde in England von Sir Henry Cecil trainiert und gewann in den 4711-Farben die Lilie Langtry Stakes und die Park Hill Stakes.

Danach wurde sie nach Japan verkauft. Ihr letzter Start – schon für japanische Interessen – war ein zweiter Platz zu Treve im Prix Vermeille. Viel besser geht es wirklich nicht.

Wild Cocos Mutter, Wild Side, war übrigens auch ein exzellentes Rennpferd und eine Tochter des Schimmels Sternkönig.

Antek beim ersten Start überlegen voraus

Der Kallisto-Sohn Antek scheiterte im Derby nur an Adlerflug. In seiner kurzen Rennkarriere konnte der Prachtkerl nie sein volles Potential zeigen. (Foto: Turfexperte)


Kallistos Nachkommen

Gleich in seinem ersten Jahrgang stellte Sternkönig mit seinem Sohn Kallisto einen Derbysieger. Der Röttgener siegte im hochdotierten Derby Italiano.

Im Millenniumsjahr 2000 galoppierte Kallisto auf der Capannelle Bahn in Rom seine Gegner in Grund und Boden. Überlegen mit 6 Längen hieß damals der Richterspruch. Da blieben für den Engländer Windsor Bay und den deutschen Globetrotter Paolini nur die Platzgelder.

Nach dem italienischen Derby ging es dann nach Hamburg. Doch auch 2000 war der Derbyjahrgang nicht von Pappe. Hinter dem überlegenen Sieger Samum reichte es für Kallisto nur zum vierten Platz. Danach war seine Rennlaufbahn auch schon beendet.

Als Deckhengst brauchte es eine Weile, bis man den Wert von Kallisto erkannte, obwohl er schon mit seinem ersten Jahrgang von sich reden machte.

Seine Tochter Gyreka gewann für Röttgen 2005 die Oaks d´Italia. Da war Kallisto schon nach Ungarn verpachtet.

Als im Jahr darauf sein Sohn Dickens für Furore sorgte, besann man sich in Röttgen und holte Kallisto schnell zurück nach Heumar.

Zweite Plätze im Derby

Dickens belegte als beste Rennleistung Platz 2 im Deutschen Derby. Hinter Schiaparelli, dem kleinen Bruder von Samum, aber noch vor Oriental Tiger und Saddex war das eine starke Form in einem guten Jahrgang.

Im Jahr darauf eroberte schon der nächste Kallisto-Sohn Platz zwei auf dem Horner Moor. Für den  ausdrucksstarken Röttgener Antek gab es gegen Adlerflug jedoch nichts zu gewinnen. Trotzdem verriet der bis Hamburg wenig geprüfte Hengst bei dieser Gelegenheit sein enormes Potential. Leider war seine  Rennlaufbahn, wie bei seinem Vater, schon nach dem Derbystart beendet. Er wäre sicher noch für so manchen Grand Prix-Sieg gut gewesen.

Inzwischen ist Antek als Reitpferd und Facebook-Star ein gutes Beispiel, dass nach einer verkorksten Rennlaufbahn noch ein langes glückliches Pferdeleben folgen kann.

Kallisto lieferte auch in den Folgejahren immer wieder ausgezeichnete Rennpferde. Die Klasse seiner Nachkommen kommt dabei nicht von ungefähr. Wie der aktuelle Derbysieger Windstoß führt er nicht nur Sternkönig, sondern über seine Mutter Kalinikta auch Königsstuhl im Pedigree. Kaum zu glauben, dass dieser Hengst nie richtig in Mode war.

Prince Ippi und Willie Carsen im Preis von Europa 1972

Ein Rennpferd der Extraklasse: Prince Ippi lief im Derby auf den dritten Rang. Im Preis Europa gab er danach mit Jockey Willie Carson eine Gala und siegte überlegen gegen den Derbysieger Tarim. (Foto: Album des Deutschen Rennsports 1972)


Ein Prinz aus Heumar

Apropos Kalinikta – die Mutter von Kallisto kommt aus einer Familie, die schon lange in Röttgen ansässig ist. Ihre Urgroßmutter Königswiese war die erste Stute, die sich für 4711 im Derby versuchte.

Ihr Vater Prince Ippi war sicher einer der besten Röttgener, den es je gab. Der typvolle Hengst sorgte im Derby 1972 für einen Paukenschlag. Als 438:10 Außenseiter landete er auf einem bemerkenswerten dritten Platz.

Wie Sternkönig hatte auch Prince Ippi das Pech, in einem außergewöhnlich guten Jahrgang ums Blaue Band zu kämpfen. In Hamburg blieben nur Tarim und Experte vor ihm. Könner, wie Caracol, Arratos und Schiwago, ließ er hinter sich.

Zwei Mal konnte Prince Ippi nach dem Derby seine große Klasse beweisen. Die Revanche an Derbysieger Tarim folgte im Preis von Europa. Dort gab der Röttgener eine wahre Gala und siegte überlegen mit 7 Längen. Im darauffolgenden Jahr gelang dann auch ein Big Point in Italien. Im Gan Premio d´Italia standen Card King und El Toro auf verlorenem Posten.

 

Eine Form die aller Ehren wert war, denn Card King holte sich später noch den Grand Prix de Deauville und wurde guter 4. im Prix de l’Arc de Triomphe hinter Rheingold, Allez France und Hard To Beat.

Als Deckhengst in Röttgen konnte sich Prince Ippi in den darauffolgenden Jahren einen guten Namen machen. Unvergesslich ist sein Derbysieger Philipo. Trainer Hartmut Steguweit ersteigerte ihn als Jährling in Baden-Baden für nur 9.000 DM. Prince Ippi als Vater könnte dabei eine besondere Rolle gespielt haben, denn Steguweit war viele Jahre als Reisefuttermeister am Röttgener Stall von Theo Grieper tätig und Prince Ippi einer seiner Lieblinge.

Für Röttgen brachte Prince Ippi vor allem die klassischen Siegerinnen Anna Paola und Well Proved. Anna Paola war die beste Stute ihres Jahrgangs und siegte u.a. im Preis des Winterfavoriten und im Preis der Diana, dem deutschen Stutenderby.

Well Proved gewann das klassische Schwarzgold-Rennen und ist als Urgroßmutter von Windstoß und Well Spoken ganz besonders aktuell.

 


Röttgener Derbypech

Was im Derby alles schief gehen kann, weiß man in Röttgen ganz genau. In fast 9 Jahrzehnten waren die 4711-Farben oft knapp geschlagen oder hatten einfach Pech.

Schlenderhan vs. Röttgen: 3:0

Allein drei Derbysiege verpassten die Röttgener dank Gerhard Streit. Der Partner der legendären Schwarzgold war, wie Andrasch Starke, ein echter Derby-Spezialist und konnte das Blaue Band 8 Mal gewinnen.

Im Finish ließ er sich selten die Butter vom Brot nehmen und so gewann er 1939 auf Wehr Dich mit einem kurzen Kopf gegen den Röttgener Sonnenorden. Zwei Jahre später rettete er auf Magnat einen Kopfvorteil gegen Orator ins Ziel und 1943 war es dann ein Hals, den Allgäu gegen Stolzenfels im Vorteil war. Spielstand Schlenderhan vs. Röttgen: 3:0.

Vom Pferd gebissen

Jede Chance auf ein gutes Abschneiden verpasste 1952 der Röttgener Stani. Sein Jockey Fritz Drechsler wurde während des Rennes vom Ravensberger Grenzbock in den Fuß gebissen und konnte den Ritt nur mit erheblichen Schmerzen beenden.

„Das Blut quoll mir nur so aus den Stiefeln“, berichtete der 8 malige Champion-Jockey über den Vorfall in seinen Memoiren.

Fußball-WM verhindert den Sieg

1974 war der Utrillo-Sohn Lord Udo der klare Favorit im Derby. Schon sein Vater entwickelte 1957 für Röttgen einiges Pech, als er in einem Herzschlag Finish von Orsini und Windfang mit Hals-Hals geschlagen wurde.

Doch Lord Udo konnte das noch toppen. Sein Jockey Willie Carson schickte ihn in der Zielgeraden entgegen der Order von Trainer Theo Grieper  früh in Front und verlor hauchdünn gegen den heranfliegenden Marduk. Ein kurzer Kopf trennte die beiden im Ziel von einander und Gestütsleiterin Maria Mehl-Mülhens konnte es nicht fassen.

 

Dass Marduk überhaupt am Derby teilnehmen konnte, hatte er wohl König Fußball zu verdanken. Wegen der WM 74 in Deutschland wurde das Derby zwei Wochen nach hinten verlegt. Für Marduk war das entscheidend, denn der Hengst war im Frühjahr während des Trainings mit einem Traktor kollidiert und musste längere Zeit pausieren. Ohne die zwei Extra-Wochen wäre für ihn das Derby zu früh gekommen.

Startverlust

Der Röttgener Wauthi konnte auf dem Weg nach Hamburg schon das klassische Henckel-Rennen gewinnen. Am Derbytag 1980 reichte es für ihn auf knietiefer Bahn nur zu Rang vier. 

Wauthi patzte  schon am Start als er ins Polster der Startbox biss und deshalb hinter dem Feld auf die Reise ging. Ein schlechter Ritt von Jockey Joe Mercer tat dann sein Übriges. Dabei war Wauthi der Chef in seinem Jahrgang, holte sich als Dreijähriger den ARAL-Pokal gegen Nebos und siegte im gleichen Rennen ein Jahr darauf gegen den großen Orofino.

Als Sieger in Henckel-Rennen und St.Leger bedeutete der verpasste Derbysieg für Wauthi auch den Verlust der Triple Crown. Schon ein Jahr nach Königsstuhl wäre er fast als zweiter Sieger der dreifachen Krone in die Rennsport-Annalen eingegangen.

Die Nase voll vom Derby

Von einem zweifachen Derbypech kann man sogar bei Ungaro sprechen. Der Goofalik-Sohn gewann 1997 in seiner klassischen Saison den Frankfurter Quotenhaus-Preis und verlor danach das Derby Italiano nur mit einer Nase gegen Single Empire.

Nach dieser Leistung und seinem Sieg im Consul Bayeff-Rennen hätte er im Derby eine scharfe Klinge geschlagen. Doch ein Start in Hamburg kam nicht in Frage:  man hatte es versäumt, ihn für das Blaue Band zu melden.

Ungaro gewann danach noch das St. Leger, den Gran Premio di Milano und zwei Mal den Deutschlandpreis gegen Tiger Hill und Sumitas.

 


Ungarische Glanzlichter

Fast könnte man der Liste noch einen Pechvogel hinzufügen. Der athletische Fuchshengst Waldcanter wurde als Favorit im Derby 1959 noch kurz vor dem Ziel abgefangen.

Doch dieses Derby behält man in Röttgen trotzdem in guter Erinnerung. Der Spielverderber hieß nämlich Uomo und kam aus dem eigenen Stall. In der vierten Röttgener Farbe lief Uomo das Rennen seines Lebens. Eine Leistung, die er danach nie mehr bestätigen konnte.

Sein Runner-up Waldcanter, der in der Derby-Radio-Übertragung – wohl wegen des gleichen Renndresses – sogar als Sieger ausgerufen wurde, holte sich danach noch den Großen Preis von Nordrhein-Westfalen und wurde Zweiter im ARAL-Pokal.

Uomo war das Meisterstück von Trainer Graf Janos Pejacsevich. Dem Ungarn gelang 1956 die Flucht nach Wien. Von dort bewarb er sich auf eine Stellenanzeige aus Röttgen und trat schon bald den Posten als Privattrainer für das Gestüt an.

Jetzt fehlte nur noch der passende Jockey. Die Wahl fiel auf einen jungen und vielversprechenden Reiter aus Ungarn: Peter Alafi. Pejacsevich hätte wohl kaum eine bessere Wahl treffen können. Peter Alafi war einer der besten Jockeys, der je in Deutschland geritten ist. Allein im Deutschen Derby siegte er vier Mal und seine 2.307 Erfolge in Deutschland sind immer noch Rekord – auch wenn ihm Andrasch Starke immer näher rückt.

Uomo und Albert Klimscha gewinnen das Derby 1959

Röttgener Einlauf im Derby 1959: Der Außenseiter Uomo gewinnt sicher gegen den Favoriten Waldcanter.


Derby 1959: Uomo

Wollt ihr den Derbysieg von Uomo sehen? Schaut euch den Beitrag in der Neuen Deutschen Wochenschau 493/1959 an. Klickt dazu einfach den Keyframe vor dem Ende an oder startet bei 7:23 Min.


Nur im Derby 1959 wählte Alafi das falsche Pferd. Er entschied sich für König Oscar und damit gegen Uomo.

So kam ein anderer Ungar auf Uomo zum Zug. Albert Klimscha sorgte für Röttgens zweiten Derbysieg. Auch Klimscha war ein exzellenter Reiter, dem wie Hein Bollow das Kunststück gelang, das Deutsche Derby als Jockey und als Trainer zu gewinnen.

Derbysieger wurden Graf Pejacsevich und Peter Alafi trotzdem. Zusammen gewannen die beiden drei Mal das österreichische Derby mit Utrillo, Hiob und Geck. Bis heute ist der Graf Röttgens erfolgreichster Derbytrainer und kam – neben den 3 Siegen in Wien – zu  einem Sieg und zwei dritten Plätzen im Deutschen Derby.

Falls ihr mehr über Graf Pejacsevich wissen wollt, empfehle ich euch Traute Königs Buch „Laufen muss der Bagge“. Das lohnt sich auf alle Fälle.

 


Die Derby-Bilanz

Röttgen und das Derby liefert Stoff für ein ganzes Buch. Der erste Derbysieg kam für den Gestütsgründer Peter Mülhens überraschend schnell.

1932 siegte der Prunus-Sohn Palastpage in Hamburg. Das war erst der zweite Versuch eines Röttgeners im Rennen der Rennen. Danach gab es immer wieder knappe Niederlagen, bis Uomo im „Röttgener“ Jahr 1959 endlich für Erlösung sorgte.

Dass der eigentliche Crack des Jahrgangs, Waldcanter, dabei knapp geschlagen blieb, kann man schon als „typisch Röttgen“ bezeichnen.

Fast 60 Jahre musste man in Heumar seitdem auf den nächsten Treffer warten. Bis heute summieren sich 3 Siege, 8 zweite und 6 dritte Plätze, bei 99 Starts.

Doch auch wenn einige Röttgener Cracks den Derbysieg verpassten, ist und bleibt das Gestüt vor den Toren Kölns eines der besten und erfolgreichsten im Land. Der Derbysieg von Windstoß ist dafür der Beweis. Und bei der Härte, die Windstoß bisher zeigte, ist die Hoffnung berechtigt, dass wir ihn noch in vielen großen Rennen weit vorne sehen.

Dann hätte Röttgen nicht nur ein neues Aushängschild, sondern wir alle auch endlich wieder einen Derbysieger, dessen Karriere nicht schon nach Hamburg zu Ende geht. Markus Klug und seinem Team wünsche ich dabei viel Erfolg.

Palastpage und Jockey Everett Haynes

Röttgens erster Derbysieger: Palastpage und Jockey Everett Haynes.


Derbysieg für Windstoß

Röttgens Derbystarter

Helft mir bitte die letzten Lücken zu füllen…

Jahr Platz Pferd Abstammung Jockey Trainer
           
2017 1. Windstoß Shirocco-Wellenspiel M.Pecheur M.Klug
2016 11. El Loco Lope De Vega-Elora A.de Vries M.Klug
2014 12. Weltmacht Mount Nelson-Wild Side T.Queally M.Klug
2013 10. Erlkönig Sternkönig-Elora D.Porcu M.Klug
2010 18. Ustilago Lando-Ungarin D.Boeuf W.Baltromei
2009 4. Eliot Tiger Hill-Esposita T.Hellier T.Mundry
2007 2. Antek Kallisto-Anna of Cashel A.de Vries H.Blume
2006 2. Dickens Kallisto-Desidera M.Demuro H.Blume
  6. Aspectus Spectrum-Anna Thea A.de Vries H.Blume
  15. Diarius Ungaro-Diavolessa J.Victoire H.Blume
2002 15. Whisperer Spectrum-Well Known T.Mundry H.Blume
2001 16. Syrakus Kris-Sistadari K.Woodburn H.Blume
2000 4. Kallisto Sternkönig-Kalinikta A.Boschert H.Blume
1999 7. Universus Unfuwain-Ustina T.Quinn H.Blume
1996 16. Sir Warren Warning-Sistadari M.Larsen H.Blume
1995 16. Kalimnos Aspros-Kalinikta O.Schick H.Blume
1993 3. Sternkönig Kalaglow-Sternwappen Manfr.Hofer Th.Grieper
1992 9. Meerwind Wauthi-Meerwoge W.Ryan Th.Grieper
1990 15. Sir Anthony Authi-Santa Paola A.Freeman Th.Grieper
1986 5. Del Mondo M-Lolshan-Dirndl E.Schindler Th.Grieper
1985 7. Dollar Star Star Appeal-Dorle P.V.Gilson Th.Grieper
1984 4. Der Wind Windwurf-Decoration J.A.Reid Th.Grieper
  5. Daun Authi-Dirndl P.V.Gilson Th.Grieper
1983 4. Solo Lord Udo-Santa Rosa P.Remmert Th.Grieper
  5. Strong Lion Lord Gayle-Sterntau E.Apter Th.Grieper
1982 5. Königspark Prince Ippi-Kleine Ballerina P.Remmert Th.Grieper
  10. Delicius Lord Udo-Didergö P.Cook Th.Grieper
1981 5. Anna Paola Prince Ippi-Antwerpen P.Remmert Th.Grieper
1980 4. Wauthi Authi-Wait and Take J.Mercer Th.Grieper
  10. Aspros Sparkler-Antwerpen J.Pall Th.Grieper
  17. Silver Look Lord Udo-Servitude G.Starkey Th.Grieper
1979 18. Prinz Ulrich Utrillo-Prinzess Addi P.Remmert Th.Grieper
1978 5. Aducht Dschingis Khan-Adelsweihe J.Mercer Th.Grieper
  21. Stormy Tomm Tarim-Sturmflut D.Richardson Th.Grieper
1977 12. Prinz Danilo Dschingis Khan-Prinzess Winni G.Starkey Th.Grieper
  24. Uhu Upper Case-Unterwelt E.Hide Th.Grieper
1976 12. Wide Step St.Paddy-Widschi G.Starkey Th.Grieper
1975 14. Alfredo Dschingis Khan-Adliswil F.Drechsler Th.Grieper
1974 2. Lord Udo Utrillo-Lady Windermere W.Carson Th.Grieper
  5. Une Amie Acropolis-Unterwelt F.Drechsler Th.Grieper
1973 4. Unwetter Waldcanter-Union E.Hide Th.Grieper
1972 3. Prince Ippi Imperial-Prinzess Addi E.Hide Th.Grieper
1971 12. Widschi Dschingis Khan-Wildotter R.Hutchinson Th.Grieper
1970 4. Steward Watteau-Steeplechase J.Mercer  
  13. Uwe Watteau-Union J.Pall Th.Grieper
  14. Kurier Utrillo-Königsalm K.Lepa Th.Grieper
1969 11. Uldimeo Botticelli-Union K.Lepa Th.Grieper
1967 15. Königsulan Utrillo-Königsalm P.Alafi Graf J.Pejacsevich
1966 8. Krawall Waldcanter-Königsalm F.Drechsler A.v.Borcke
  17. Prinzenwald Waldcanter-Prinzess Addi P.Alafi Graf J.Pejacsevich
  18. Samowar Waldcanter-Sissy Polly B.Gresinsky Graf J.Pejacsevich
1965 3. Sturmwoge Watteau-Steeplechase F.Drechsler A.v.Borcke
  8. Weltwunder Watteau-Wacholdis W.Williamson A.v.Borcke
  9. Geck Watteau-Gisa P.Alafi Graf J.Pejacsevich
1962 3. Liebeschor Caran D’Ache-Liebesmelodie F.Drechsler Graf J.Pejacsevich
  13. Blauer Nil Nizam-Blaue Stunde P.Alafi Graf J.Pejacsevich
1961 8. Wellington Toulouse Lautrec-Walk over P.Alafi Graf J.Pejacsevich
  10. Ucello Caran D’Ache-Unterwegs F.Drechsler Graf M.Lehndorff
  14. Mienenspieler Bürgermeister-Mimose R.Lehmann Graf M.Lehndorff
1960 9. Westorkan Orator-Wache P.Alafi Graf J.Pejacsevich
  11. Oculi Caran D’Ache-Osterpost J.v.d.Vlugt Graf J.Pejacsevich
  12. Santa Cruz Caran D’Ache-Stammesart F.Drechsler Graf M.Lehndorff
  u Wicht Caran D’Ache-Wappenau W.Held Graf M.Lehndorff
1959 1. Uomo Orator-Ungewitter A.Klimscha Graf J.Pejacsevich
  2. Waldcanter Caran D’Ache-Wappenau F.Drechsler Graf M.Lehndorff
  5. Wettcoup Caran D’Ache-Wacholdis A.Lommatzsch Graf M.Lehndorff
  11. König Oscar Orator-Königswiese P.Alafi Graf J.Pejacsevich
1958 6. Hiob Orator-Hannenwirtin P.Alafi Graf J.Pejacsevich
1957 3. Utrillo Orator-Unterwegs P.Alafi Graf J.Pejacsevich
1956 6. Uradel Agamemnon-Ungewitter J.Starosta F.Fösten
1955 11. König Ottokar Orator-Königswiese J.Starosta F.Fösten
1954 4. Usurpator Orator-Ungewitter F.Drechsler Alb.Schläfke
  10. Ostasiate Agamemnon-Ostwelt H.Hiller Alb.Schläfke
1953 3. Levantos Wahnfried-Lehnsherrin F.Drechsler Alb.Schläfke
1952 11. Stani Nuvolari-Stammesart F.Drechsler Alb.Schläfke
1951 2. Wacholdis Orator-Wache F.Drechsler Alb.Schläfke
1950 7. Amok Orator-Armenienne J.v.d.Vlugt Alb.Schläfke
  13. Liebesorkan Orator-Leibwache C.Elliott Alb.Schläfke
1949 10. Irrweg Wahnfried-Irrtum E.Böhlke Alb.Schläfke
1948 5. Meerwind Wahnfried-Mitternacht    
1947 u Der Löwe Wahnfried-Lehnsherrin    
  u Königswiese Wahnfried-Contessa Oleanda    
1944 4. Welfenfürst Flamboyant-Waffenart    
  5. Sonnenadler Athanasius-Sonnenblümchen    
1943 2. Stolzenfels Pilade-Stammesfahne E.Böhlke A.Horalek
  u Unerreicht      
1942 4. Ortwin Wahnfried-Orphee    
1941 2. Orator Athanasius-Osmunda K.Narr A.Horalek
1940 u Opal      
  u Reichsorden Oleander-Reichswehr    
1939 2. Sonnenorden Oleander-Sonnenblümchen J.Rastenberger  
1938 5. Frauenpreis Prunus-Falada    
  u Nobelpreis      
1937 u Märchenwald      
1936 u Reichsfürst Favor-Reichenau    
1934 6. Palander Laland-Parola    
  u Horchauf Aurelius-Hourka    
1932 1. Palastpage Prunus-Palma E.Haynes W.Spademan
1930 4. Praefect Flamboyant-Palma    

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