Derbyjahrgang 2017: Die Klassiker

Le Glorieux, Spitzenrennpferd und Deckhengst
Liebling der Woche (13): Le Glorieux
4. Februar 2017
Siegerrunde nach Kölner Erfolg von Adler
Liebling der Woche (14): Adler
27. Mai 2017
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Ausblick auf die Klassiker

Klassische Rennen 2017

Klassische Lorbeeren

Jetzt geht es also wieder los. Die grüne Turfsaison beginnt und automatisch stehen die Dreijährigen im Mittelpunkt. Der erste Klassiker steht am 21. Mai in Köln an. Doch wer hat das Zeug für das klassische Mehl Mülhens-Rennen?

Und welche Pferde sind gut genug fürs Deutsche Derby? Darüber lässt sich im Frühjahr trefflich spekulieren. Ich habe mir den Derbyjahrgang 2017 ganz genau angesehen und stelle Euch meine Favoriten für beide Klassiker vor.

Drei Hengste für  das Mehl Mülhens-Rennen

Wer im ersten Klassiker der Saison vorn sein will, braucht Speed statt Stehvermögen. Viele Hengste aus der Jahrgangsspitze sind deshalb in Köln gar nicht genannt. So ist der Favoritenkreis momentan nicht gerade groß. Da würde es nicht überraschen, wenn sich in den nächsten Wochen ganz schnell noch neue Namen ins Spiel bringen.

Ganz zu schweigen von der ausländischen Konkurrenz, die gerade im ersten Klassiker nie zu unterschätzen ist. Bislang gibt es noch jede Menge Nennungen aus England, Irland, Frankreich und Dänemark und ein paar talentierte Gäste werden sicher auch in diesem Jahr den Weg nach Köln finden.

Aus den heimischen Quartieren solltet ihr Euch drei Hengste näher anschauen: Dia Del Sol, Fulminato und Kauttio.

Langtang gewinnt gegen Fulminato

Der Chef im Derbyjahrgang: Langtang gewinnt gegen Fulminato (links) den Preis des Winterfavoriten. (Foto: Turfexperte)


Der Großverdiener

Von den Zweijährigen, die für das klassische Meilenrennen in Frage kommen, hat mir bisher Dia Del Sol am besten gefallen.

Der Soldier Hollow-Sohn kommt aus dem Erfolgsquartier von Markus Klug, der mit seinen Zweijährigen im letzten Jahr mächtig auftrumpfte.

Im hochdotierten Ferdinand Leisten Memorial machte Dia Del Sol richtig Kasse und zeigte einen „turn of foot“, den man nur selten sieht. Vom letzten Platz rauschte er am gesamten Feld vorbei.

Bei so viel Speed könnte die Meile genau richtig sein. Schaut Euch das Rennen an. Die Leistung von Dia Del Sol ist absolut sehenswert.

Ein Jahr nach der hauchdünnen Niederlage von Degas hat der jüngere Bruder Dia Del Sol gute Chancen, das Mehl Mülhens-Rennen endlich heim nach Röttgen zu holen.

Dia Del Sol

Ferdinand Leisten Memorial

Der Kämpfer

Auch Fulminato besitzt eine Menge Speed. Der Zweite aus dem Preis des Winterfavoriten stand gegen Langtang auf verlorenem Posten. Trotzdem zeigte er bei der Gelegenheit, dass er ein echter Kämpfer ist, denn er hielt den Rest des gut besetzten Feldes klar in Schach.

Im Rennen ging er die schnelle Pace erst mit und wurde dann im Schlussbogen bis ganz nach Hinten durchgereicht. Dass er in der Geraden trotzdem wieder nach vorne kam, beweist seine Klasse.

Sein Maidenrennen gewann er übrigens am grünen Tisch. Nach einer Rempelei zog er trotz Störung  ganz groß an. Und das als Lebensdebütant. Ich glaube, dass er trotz seiner Leistungen kein typischer Zweijähriger war und traue ihm in dieser Saison noch einen weiteren Schritt nach vorn zu. Für seinen neuen Trainer Andreas Suborics würde mich das ganz besonders freuen.

Fulminato

Maxios Youngster Cup


Der Rohdiamant

Noch sieglos ist Kauttio. Doch das dürfte aber nicht lange so bleiben. Er lief einmal Anfang Oktober und unterlag nur Dia Del Sol mit kurzem Kopf.

Wer sich das Rennen anschaut, sieht sein Potenzial. Als Lebensdebütant ging er außen immer weite Wege und packte erst zum Schluss enorm an. Beachtlich ist seine Physis. Der Hengst mit der auffällig langen Blesse ist ein wahres Kraftpaket.

Wenn er in seinen Körper hineingewachsen ist, könnte er sehr schnell in der Jahrgangsspitze etablieren. Ein weiterer Pluspunkt: sein Trainer Andreas Wöhler, denn der schlägt im ersten Klassiker der Saison immer eine scharfe Klinge.

Nicht zuletzt stimmt auch die Abstammung. Wie Fulminato ist auch Kauttio ein Sohn des Klassemeilers Excelebration. Der gewann selbst einmal das Mehl Mülhens-Rennen. Doch nicht nur das. Auf internationaler Ebene war er drei Mal in Gruppe I-Rennen über die Meile erfolgreich. Und dabei hatte er noch Pech, denn in den großen Meilenrennen musste er wiederholt nur den Superstar Frankel vor sich dulden.

Kauttio

Preis des BHF Trust

Auf dem Weg nach Hamburg

Im letzten Jahr gab es einige talentierte Hengste unter den Zweijährigen, denen man getrost genügend Stehvermögen für die Derbydistanz zutrauen kann.

Beeindruckend waren die Leistungen von Navarra King. Er gewann das Zukunftsrennen in Baden-Baden wie ein Pferd mit Riesenpotenzial. Umso tragischer: der Lope de Vega-Sohn aus Ammerland musste nach einer Verletzung im Training aufgegeben werden.

Skarino Gold, ein weiterer Star im Derbyjahrgang 2017, wurde nach seinem Sieg im Mailänder Gran Criterium ins Ausland verkauft. Als Wiener Walzer-Sohn wäre er in Hamburg sicher nicht am nötigen Stehvermögen gescheitert.

Doch trotz der Ausfälle scheinen im Jahrgang noch einige richtig gute Pferde zu sein. Colomano, Kastano, Enjoy Vijay, Northsea Star, Wilder Wein und Rolando sind alles Pferde mit berechtigten Hoffnungen auf einen Start im Deutschen Derby.

Und auch unter den talentierten Nachkommen von Jukebox Jury, der mit seinem ersten Jahrgang ausgezeichnet vom Start kam, sind Steher der besseren Sorte. Ganz zu schweigen von den Cracks aus Schlenderhan, die sich zwar erstmal auf der Rennbahn vorstellen müssen, aber in den Klassikern fast immer eine scharfe Klinge schlagen.

Für Hamburg habe ich mir aus dem großen Kreis der Derby-Aspiranten drei Hengste ganz besonders vorgemerkt: Langtang, Ming Jung und Adler.


Der Winterfavorit

Geht es ums Derby kommt man an Langtang nicht vorbei. Der Hengst aus dem ersten Jahrgang von Campanologist war ganz sicher kein Zweijähriger und siegte trotzdem souverän im wichtigsten Rennen für die junge Garde.

Stehvermögen und ein weiterer Schritt nach vorn können bei ihm vorausgesetzt werden. Natürlich ist er für alle großen Derbyvorprüfungen genannt und für die Konkurrenz wird es erstmal schwer, den Chef des Jahrgangs zu schlagen.

Schaut Euch den Preis des Winterfavoriten im Video an. Zum Schluss wird Langtang immer länger und auch der Ritt von Jozef Bojko war blitzsauber.

Langtang

Preis des Winterfavoriten

Ming Jung und Martin Seidl vor dem Start im Preis des Winterfavoriten 2016

Auf dem Weg nach Hamburg: Ming Jung hat nach fünf Starts schon viel Rennerfahrung (Foto: Turfexperte)



Der Routinier

Ordentliche Leistungen, aber noch keine echten Sternstunden hat Ming Jung bisher in seiner Rennkarriere geboten. Der kleine Bruder des Kölner Publikumslieblings Millowitsch stammt von Kallisto, dem Röttgener Sieger im Derby Italiano.

Da verwunderte es schon ein bisschen, dass sein Trainer Markus Klug den Hengst schon früh in der Saison über kurze Distanzen und sogar im Kölner Auktionsrennen aufbot.

Mit fünf Starts ist Ming Jung hierzulande schon ein Routinier. Er konnte in Dresden gegen gute Stuten sein Maidenrennen gewinnen und belegte im Preis des Winterfavoriten einen tollen vierten Platz.

Danach war er im kräftezehrenden Münchner Auktionsrennen am Start. Dort blieb er als Favorit unter den Erwartungen, doch lief er gar nicht mal verkehrt. Er könnte sich sehr schnell die Fahrkarte nach Hamburg holen. Biss und Stehvermögen kann man bei ihm voraussetzen.

Ming Jung

Preis der Sparkassenversicherung

Der Geheimtipp

Und noch ein Hengst aus dem Stall von Markus Klug ist mir aufgefallen. Adler heißt der Dreijährige. Er ist erst einmal gelaufen und noch sieglos. Sein Rennbahndebüt war nur zum Lernen. Am Start klappte er deutlich nach und blieb dann lange in hinteren Regionen.

Auf der Zielgeraden kam er mit Speed, doch ohne ernsthaft gefordert zu werden. Ganz leicht lief er noch auf den vierten Platz. Seine Sache hat er damit fürs erste Mal sehr gut gemacht.

Was mir an ihm gefällt: Er ist ein Ebenbild seines Vaters Adlerflug. Der Derbysieger von 2007 bekam als Zweijähriger ebenfalls nur einen Start – und wurde Fünfter. Auch als Dreijähriger war er nicht früh zur Hand und sprang erst Ende Mai durch einen Listensieg in Hannover auf den Derbyzug auf.

So könnte sich das bei Adler auch entwickeln. Auf alle Fälle lohnt es sich, seine nächsten Starts ganz genau zu verfolgen.

Adler

Preis der EBF Hengste


Die Klassiker 2017: Wer hat die Nase vorn?

In gute zwei Monaten gehen in Köln die Boxen zum Mehl Mülhens-Rennen auf. Dann wird der erste klassische Sieger des Derbyjahrgangs 2017 gekürt.

Am 2. Juli freuen sich dann alle Rennsportfreunde auf den Klassiker in Hamburg Horn. Im Blauen Band, das in diesem Jahr schon am ersten Meetings-Sonntag in gelaufen wird, wird dann der Primus des Jahrgangs ermittelt.

Wen habt Ihr für Köln und Hamburg auf der Rechnung? Verratet uns Eure Favoriten!

 

Hier findet Ihr die aktuelle Starterliste für das Mehl Mühlens-Rennen 2017.

Hier findet Ihr die aktuelle Starterliste für das Deutsche Derby 2017.

 

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