Frühjahrsmeeting in Baden-Baden: Nightflower vs. Ito

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Das Badener Frühjahrsmeeting steht vor der Tür

Showdown am Finaltag

So langsam steigt die Vorfreude. Das Frühjahrsmeeting in Baden-Baden (25.Mai – 29.Mai) bietet wieder einmal hervorragenden Sport für alle Galoppfreunde.

Das Highlight: der Große Preis der Badischen Wirtschaft am Finaltag. Und da bahnt sich ein echter Showdown an. Die Stute Nightflower, die noch im März mit großer Mehrheit zum Galopper des Jahres gekürt wurde, gibt ihr Saisondebüt und trifft gleich auf das wohl einzige deutsche Pferd, das ihr paroli bieten kann  – den Schlenderhaner Ito.

Für die Stute wird das kein leichter Gang. Vieles spricht für Ito, denn der Hengst reist nicht nur als Vorjahressieger nach Iffezheim, sondern hat die Saison auch schon erfolgreich begonnen. Im Kölner Gerling-Preis zeigte er der heimischen Konkurrenz, wer der Chef ist und kämpfte sich von der Spitze aus nach Hause. Die Taktik des Gehens könnte auch in Iffezheim der Schlüssel zum Erfolg werden.

 

Nightflower muss dagegen in Baden-Baden auf ihren ständigen Reiter Andrasch Starke verzichten. Der deutsche Champion hat sich bei einem Sturz am Mehl Mülhens-Renntag in Köln das Schlüsselbein gebrochen und fällt noch mindestens einen Monat aus.

Doch vielleicht durchkreuzt auch der in Frankreich trainierte Sumbal die heimischen Hoffnungen. Der vierjährige Schimmel belegte in diesem Frühjahr schon zweimal Platz zwei auf Gruppenebene – beide Male nur von Garlingari geschlagen. Sollte der Danehill Dancer-Sohn tatsächlich starten, wäre er ein echter Prüfstein für Ito und Nightflower.

Nicht mehr im Rennen ist der Fährhofer Quasillo. Nach einer Verletzung im Vorjahr sollte der talentierte Hengst seine Karriere in diesem Jahr fortsetzen. Nach seiner Streichung in Baden-Baden bleibt zu hoffen, dass das auch wirklich gelingt.

 

Der Alderflug-Sohn Ito

Will den Vorjahres-Sieg wiederholen: der Adlerflug-Sohn Ito gewinnt mit Filip Minarik den Großen Preis der Badischen Wirtschaft und verliert zum Schluß seine Gegner. (Foto: Turfexperte)


Die Silberne Peitsche für die Sprinter

Neu im Badener Frühjahrsmeeting ist die Silberne Peitsche. Das traditionsreiche Rennen wurde viele Jahre in München ausgetragen und war davor in Gelsenkirchen ein Teil des ARAL-Pokal Meetings.

Als Grupperennen auf Sprintdistanz genießt es in Deutschland Seltenheitswert. Da kann man nur hoffen, dass das Rennen in Baden-Baden langfristig eine neue Heimat findet. Als Frühjahrs-Pedant zur Goldenen Peitsche passt es ideal.

Ein echter Star hat sich auch angekündigt. Der beste deutsche Flieger Shining Emerald will sich die Silberne Peitsche zum zweiten Mal in Folge holen. Von der heimischen Konkurrenz dürften für ihn wohl Donnerschlag und Gamgoom die stärksten Gegner sein.

Und dann ist da auch noch ein Gast aus England im Gespräch. Der alte Kämpfer Maarek wäre eine kleine Sensation: in seiner langen Rennkarriere konnte er in Frankreich, England und Irland insgesamt sechs Grupperennen gewinnen mit dem Prix de l’Abbaye als großem Höhepunkt.

Derby-Test jetzt auf Gruppenebene

Neu auf der Samstagskarte ist der Frühjahrspreis für Dreijährige. Das Grupperennen ersetzt den Metzler-Preis in Frankfurt – stellt aber eigentlich ein Upgrade für das seit 2011 in Iffezheim ausgetragene Derby Trial auf Listenebene dar.

Das Derby Trial haben seitdem schon gute Pferde gewonnen. Der spätere Derbysieger Waldpark zum Beispiel oder der Gruppe I Sieger Sirius.

In diesem Jahr sticht vor allem El Loco aus der Starterliste hervor. Der Röttgener schreit förmlich nach dem ersten Gruppesieg, denn er unterlag auf dieser Ebene nur zweimal mit einer „Nase“. Sein Vater, Lope de Vega, steht gerade in den letzten Wochen durch die Gruppe I-Siege von Belardo und Jemayel im Mittelpunkt. Da würde es kaum überraschen, wenn El Loco schon für den nächsten Gruppetreffer sorgt.

Doch auch San Salvador, Cashman und Nimrod gelten auf dem Weg nach Hamburg noch größere Hoffnungen. Dabei sind Cashman und Nimrod auch nach Abstammung echte Steher, denen die geforderten 2200 Meter keine Probleme machen dürften.

Shining Emerald und Eduardo Pedroza

Auf kurzen Distanzen zu Hause: Sprinter-Star Shining Emerald hat im Vorjahr die Silberne und Goldene Peitsche gewonnen. In München war von seinen Gegnern nichts zu sehen. (Foto: German Racing / Marc Rühl)


Badener Meile nur mäßig besetzt

Für das nominell zweitwichtigste Rennen des Frühjahrsmeeting – die Badener Meile auf Gruppe II-Ebene an Fronleichnam – bahnt sich ein eher schwächeres Feld an.

Hatten sich hier im letzten Jahr noch Amaron und Guiliani ein erbittertes Finish geliefert, sieht es 12 Monate später eher mau aus. Wild Chief der aktuell beste deutsche Mitteldistanzler startet einen Tag zuvor im Prix d’Ispahan. Ohne ihn wird es auch schon eng in der deutschen Grand Prix Szene – zumindest auf Gruppe II-Niveau.

So kann man sich im Lager von Wildpark berechtigt Hoffnungen auf den Sieg machen. Der Shamardal-Sohn, der sich im letzten Jahr so großartig gesteigert hat, konnte in dieser Saison schon einen Listensieg in Köln erringen. Für Wildpark und seine Trainerin Melanie Sauer wäre die Badener Meile der erste Gruppesieg.

Von den Gegnern sind vor allem die Gruppesieger Nordico und Felician zu nennen. Beide hätten gegen weichen Boden sicher nichts einzuwenden. Und dann gibt es da auch noch die Stute Nymeria, die mit guter Form aus Chantilly an die Oos reist. Sie sollte auf Dauer für einen Gruppetreffer gut genug sein.

Wildpark mit Rafael Schistl

Der frische Listensieger Wildpark marschierte im Vorjahr durch die Handicaps und könnte in der Badener Meile auch auf Gruppenebene punkten. (Foto: Turfexperte)


Investitionen in die Bahn nötig

Das Programm des Führjahrsmeetings zeigt es mal wieder deutlich: Baden-Baden baut seinen Rang als Hochburg des deutschen Galoppsports immer weiter aus. Vier Grupperennen und zwei Listenrennen, dazu noch viele hochklassige Handicaps sprechen eine deutliche Sprache.

Umso wichtiger ist es, dass Gebäude und Geläuf in Iffezheim in einem Top-Zustand gehalten werden. Gerade beim Geläuf ist das nicht immer der Fall. Viele Rennen werden deshalb  mittlerweile dicht an den Zuschauerrails gelaufen. Wer weiter innen geht hat keine Chance. So gewinnt nicht immer das schnellste Pferd, sondern das Glücklichste.

Jetzt sollen 1,2 Millionen Euro in Gebäude und Geläuf investiert werden. Das ist die beste Nachricht vor dem Frühjahrs-Meeting 2016.

10 Tipps für die Handicapps

Diese Pferde sind uns in den letzten Wochen aufgefallen oder als Baden-Spezialisten bekannt

1. Jackobo6. Proud Citizen
2. Moscatello7. Seal Rock
3. Nadelwald8. Si Partout
4. Nereus9. Viscount Vert
5. Pagan Warrior10. Yard of Ale

 


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