Irish Champions Weekend 2019

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Magical und Ryan Moore

Magical nach ihrem Erfolg in den Irish Champion Stakes 2019

Irish Champion Stakes 2019

Die Irish Champion Stakes werden zur O´Brien-Show: Die Stute Magical gewinnt leicht vor ihren Stallgefährten Magic Wand und Anthony Van Dyck. (Foto: Turfexperte)


Die Nummer 1 in Irland

Aidan O´Brien setzt den Takt. Seit zwanzig Jahren steht er ununterbrochen auf Platz 1 der irischen Trainerstatistik. Und seine Erfolge in den großen Rennen rund um den Globus suchen ihresgleichen.

Natürlich kommt das nicht von ungefähr, denn seine Pferde kommen aus dem berühmten Coolmore Stud in Tipperary, der allerersten Adresse für Vollblüter und das nicht nur in Irland.

Mittlerweile hält Aidan O´Brien so viele beeindruckende Rekorde, dass es auch den eingefleischten Turf-Fans schwerfällt, den Überblick zu behalten.

2019 holte er sich drei englische und zwei irische Klassiker, darunter die Derbys mit Anthony Van Dyck und Sovereign. Doch was seine Pferde am Irish Champions Weekend auf den grünen Rasen zauberten, dürfte auch für seine Maßstäbe außergewöhnlich sein.

Irish O´Brien Champion Stakes

Am wichtigsten Wochenende des irischen Turfs feuerte O´Brien aus allen Rohren.

Die Bilanz: 38 Starter, 6 Siege und 13 Plätze. Seine Pferde galoppierten an den zwei Tagen insgesamt 2,3 Mio Euro ein. Damit sicherte er sich fast 50% der Rennpreise des gesamten Champion Weekends.

Seine Taktik ist dabei von erschreckender Einfachheit: Packe so viele erstklassige Pferde in die großen Rennen, dass nicht nur der Sieg, sondern nach Möglichkeit noch alle fetten Platzgelder dabei rausspringen.

So wurden die mit insgesamt 1,25 Mio Euro dotierten Irish Champion Stakes zum O´Brien Festival.

Mit Magical, Magic Wand und Anthony Van Dyck stellte er die komplette Dreierwette. Für die anderen blieb da nur wenig übrig.

Coolmore Jockeys

Die Firma aus Ballydoyle: Jockeys Donnacha O´Brien, Ryan Moore, Seamie Heffernan und Michael Hussey mit ihrem Trainer Aidan O´Brien. (Foto: Turfexperte)


Ladies First

Der Sieg von Magical kam dabei nicht überraschend. Die Stute ist ein Muster an Klasse und Beständigkeit. Bei ihren letzten Starts auf Gruppe I – Ebene landete sie drei Mal hintereinander auf dem Ehrenplatz, geschlagen nur von Enable oder Crystal Ocean.

So waren die Champion Stakes eine lohnende Beute und Magical rechtfertigte alle Vorschusslorbeeren eindrucksvoll.  In der Geraden streckte sie sich mit ihrem Jockey Ryan Moore wie immer mit viel Ehrgeiz und beide stellten die Weichen schon früh auf Sieg.

Für die Überraschung des Rennens sorgte die zweite Stute von O´Brien. Magic Wand und Seamie Heffernan wurden am Toto sträflich unterschätzt und verteidigten den zweiten Platz gegen den gut aufgelegten Epsom-Derbysieger Anthony Van Dyck, der im Führring wirklich blendend aussah.

Erst dahinter kam die mit viel Presserummel ins Rennen gegangene Deirdre, Siegerin in den Nassau Stakes und erste japanische Starterin in einem irischen Rennen.

 

Immer wieder Ballydoyle

Doch damit nicht genug. In den Highlights des Wochenendes waren noch viele weitere Stars aus Ballydoyle vorn mit dabei.

In den Juvenile Stakes machte der Sieg von Mogul mächtig Eindruck. Der Zweijährige Galileo-Sohn ist ein rechter Bruder von Japan, den man sich unbedingt merken muss. Er könnte ein Trumpf As für die nächste Saison werden.

Und in den renommierten Moyglare Stud Stakes zeigte die Galileo-Tochter Love der Konkurrenz die Eisen. Dabei war sie hinter der hochgehandelten Royal Ascot Siegerin Daahyeh und der frischen Gruppe II Siegerin Albigna nur als dritte Favoritin ins Rennen gegangen.

In den Flying Five Stakes ließen die schnellen O´Brien-Stuten Fairyland und So Perfect dann die versammelte Sprinter-Elite hinter sich und manch einer fragte sich, ob denn wirklich alle großen Rennen nur von Aidan O´Brien gewonnen werden können.

Fairyland mit Ryan Moore

Die schnellste Stute des Irish Champion Weekends: Fairyland mit Ryan Moore vor ihrem Sieg in den „Flying Five“. (Foto: Turfexperte)


Champions Stakes für Magical

Pinatubo mit Ryan Moore

Die Gegner sind weit weg: der Zweijährige Pinatubo gewinnt die National Stakes mir William Buick hochüberlegen. (Foto: Turfexperte)


Europas bester Zweijähriger

Doch dann kam Pinatubo. Der Godolphin Hengst von Charlie Appleby war der heißeste Favorit des Wochenendes. Ungeschlagen in vier Rennen eilte ihm ein großer Ruf voraus.

Und den bestätigte der Shamardal-Sohn mehr als eindrucksvoll. Als William Buick seinen Hengst Mitte der Geraden aufforderte, gab es kein Halten mehr. Im Ziel hatte Pinatubo neun Längen Vorsprung vor den – gewiss nicht schlechten – O´Brien Hengsten Armory und Arizona.

„Pinaturbo“ titelte am nächsten Tag die Racing Post und schon wurden Vergleiche zu den allerbesten Zweijährigen der letzten Jahrzehnte, wie Arazi und Celtic Swing, gezogen.

Für William Buick war es nur zwei Wochen nach dem sehenswerten Erfolg mit Ghaiyyath im Großen Preis von Baden der zweite Gruppe I  Treffer bei dem er seine  Gegner regelrecht verlor.

Legersieg für Moyglare

Und noch ein hochkarätiges Rennen wanderte nicht in den O´Brien-Stall. Im Irish St. Leger war die dreijährige Stute Search For A Song in den berühmten Farben der Moyglare Stud Farm zu gut für ihre männlichen Rivalen.

Die Galileo-Tochter, trainiert von Altmeister Dermot Weld, begann vom hinteren Teil des Feldes kommend noch vor der Hälfte des Rennens einen mutigen Vorstoß und setzte sich resolut an die Spitze.

In der Geraden verteidigte sie dann zäh ihren Drei-Längen-Vorsprung und hielt zum Schluss den heranfliegenden englischen Leger-Sieger Kew Gardens sowie Southern France – natürlich beide aus dem O´Brien Stall – sicher in Schach.

Wenn ihr mich fragt, ein absolut cooler Ritt von Chris Hayes, der schon allein den Eintritt wert war, und ein – sage und schreibe – achter Legersieg für Dermot Weld, dem Trainer von Vintage Crop und Vinnie Roe.

Champion Jockeys

Für einen guten Zweck: Im Pat Smullen Champions Race schwangen sich die Helden von Einst noch einmal in den Sattel. Als Sieger hatte Tony McCoy (stehend) ganz besonders gute Laune. (Foto: Turfexperte)


Super-Stallion Galileo

Eigentlich hätte man nach dem St. Leger neben Chris Hayes und Dermot Weld noch einen anderen Champion ehren müssen.

Doch der Champion-Deckhengst Galileo blieb natürlich in seinem Stall in Coolmore. Galileos Nachkommen Search For A Song, Kew Gardens und Southern France kamen im Irish St. Leger auf die ersten drei Plätze. Genau wie seine Kinder Magical, Magic Wand und Anthony Van Dyck am Tag zuvor in den Irish Champion Stakes.

Und in den großen Rennen im Rahmenprogramm schlugen Norway, Mogul , Love, Norway, Hermosa und Armory eine scharfe Klinge.

Unter Galileos Nachkommen finden sich nun 82 individuelle Gruppe I –Sieger. Da ist der Rekord von Danehills 84 Siegern schon bald in Gefahr.

10 Champions für die Ewigkeit

Am Irish Champions Weekend ging es Schlag auf Schlag. Ein sportliches Highlight jagte das nächste. Doch der Höhepunkt der zwei bemerkenswerten Tage waren weder Champions Stakes noch St.Leger.

Der Höhepunkt war das Rennen der ehemaligen Champions, die sich aus gutem Grund noch einmal in den Sattel schwangen.

Tony McCoy, Charlie Swan, Ruby Walsh, Paul Carberry, Johnny Murtagh, Richard Hughes, Joseph O´Brien, Ted Durcan und – man glaubt es kaum – sogar Kieren Fallon ließen es noch einmal krachen und hatten jede Menge Spaß.

Pat Smullen hatte sie gerufen, denn der neunmalige irische Champion Jockey sammelt Spenden zur Bekämpfung von Krebs.  Den Grund wisst ihr bestimmt, Pat Smullen hat Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Nach einer Chemotherapie schien er auf dem Weg der Besserung und arbeitete hart daran beim lang geplanten Champions-Rennen selbst noch einmal in den Sattel zu steigen. Doch ein gesundheitlicher Rückschlag hat das leider verhindert.

So war er als Organisator des Rennens der eigentliche Champion dieses großen Wochenendes. In sehr bescheidener Art, ohne sich selbst in den Mittelpunkt stellen, dankte er jedem für eine kleine oder große Spende. Und gespendet wurde kräftig.

Ein solches Rennen gab es noch nie und ich bin froh, dass ich dabei sein konnte. Für mich ist klar: der irische Rennsport ist lebendig und feiert seinen Helden. Und das Irish Champions Weekend ist deshalb immer eine Reise wert – überzeugt euch einfach selbst im nächsten Jahr!

National Stakes für Pinatubo

Irish St Leger für Search For A Song

Flying Five für Fairyland

Die besten Jockeys am Irish Champion Weekend

RangNameStartsSiegePlätzeGewinnsummeSiegschnitt
1Ryan Moore14551.651.000 €35,71
2Chris Hayes1022542.000 €20,00
3W J Lee720212.500 €28,57
4Seamie Heffernan1013404.500 €10,00
5Wayne Lordan712343.000 €14,29
6Colin Keane911126.500 €11,11
7Ronan Whelan811137.000 €12,50
8William Buick311328.000 €33,33
9Andrea Atzeni310162.000 €33,33
10Andrew Slattery31088.500 €33,33

Die besten Trainer am Irish Champion Weekend

RangNameStartsSiegePlätzeGewinnsummeSiegschnitt
1A P O’Brien386132.322.500 €15,79
2D K Weld630578.000 €50,00
3Joseph Patrick O’Brien912282.000 €11,11
4Adrian McGuinness411102.000 €25,00
5G M Lyons811126.500 €12,50
6Charlie Appleby210252.000 €50,00
7Matthew J Smith31088.500 €33,33
8Michael Bell110147.500 €100,00
9Richard Fahey410118.000 €25,00
10J S Bolger100239.500 €0,00

1 Comment

  1. Avatar Harald Pankowski sagt:

    Für mich das Turfwochenende des Jahres. Bester Sport, tolle Atmosphäre und klasse Stimmung. Irland war wirklich eine Reise wert. Und zur Abrundung wie immer geniale Fotos und ein gewohnt gut geschriebener Bericht vom „Turfexperten“ – Galoppsportfan, was willst Du mehr!

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