Köln-Klassiker: Knife Edge hat die Nase vorn

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Knife Edge mit Jockey Ryan Moore

Klassischer Sieg für Knife Edge

Ryan Moore in Überform

Im Vorfeld waren sich alle einig: Ryan Moore ist der beste Jockey der Welt. Wenn der dreimalige englische Champion-Jockey nach Köln kommt, wird es im klassischen Mehl Mülhens-Rennen eng für die deutschen Starter.

Schon tags zuvor war Moore in Deauville mit The Gurkha auf dem Siegertreppchen. In den Poule d’Essai des Poulains – Frankreichs 2000 Guineas – ließ er die französische Konkurrenz mühelos hinter sich.

Am Montag folgte dann der Sieg auf Knife Edge. In den German 2000 Guineas wurde es allerdings höllisch eng. Manch einer hatte sogar den außen heranfliegenden Degas als Sieger gesehen. Doch Ryan Moore behauptete den Sieg nach Zielfotoentscheid mit dem kürzesten aller Abstände: einer „Nase“.

Röttgen im Pech

Geschlagen mit einer „Nase“. Davon kann das Gestüt Röttgen in den letzten Monaten in Lied singen. Der veranlagte Lope de Vega-Sohn El Loco musste sich auf Gruppenebene schon zweimal mit diesem Abstand geschlagen geben. Im Ratibor-Rennen und im Dr.Busch Memorial mangelte es nicht an Können, sondern nur an etwas Glück.

Nun ereilte seinen Trainingsgefährten Degas das gleiche Schicksal. Und das ausgerechnet beim Heimspiel im Mehl Mülhens-Rennen. Degas war nach einem mutigen Ritt von Adrie de Vries zum Schluss das schnellste Pferd. Doch was hilft das schon, wenn der klassische Sieg verloren geht?

Knife Edge und Ryan Moore

Ein Weltklassejockey zu Besuch in Köln. Ryan Moore kommt für einen Ritt nach Deutschland und gewinnt mit Knife Edge das klassische Mehl Mülhens-Rennen. (Foto: Turfexperte)


Knife Edge mit der Taktik des Gehens

Für Knife Edge stand der Zielpfosten genau richtig. Und unverdient war der Erfolg sicher nicht, denn Ryan Moore wählte die Taktik des Gehens und drückte so dem Rennen von Anfang an seinen Stempel auf.

In der langen Kölner Zielgeraden muss dann die Luft erst einmal reichen. Doch Knife Edge zeigte genügend Biss, um alle Attacken von Noor Al Hawa zu kontern und kämpfte sich auch gegen Degas soeben nach Hause.

Sein Trainer Marco Botti schickt ihn jetzt am 14. Juni nach Royal Ascot in die St. Jamses´s Palace Stakes. Da trifft er die gesamte Meilerelite und muss gegen die klassischen Sieger Galileo Gold und The Gurkha Farbe bekennen.

Er geht damit die gleiche Route, wie sein Stallgefährte Excelebration vor fünf Jahren. Der gab im Mehl Mülhens-Rennen eine richtige Galavorstellung und ließ den Zschache-Schützling Gereon sieben Längen hinter sich. Danach war der Klassemeiler dann Dritter in Royal Ascot – geschlagen nur vom großen Frankel und einem gewissen Zoffany.

Zoffany ist jetzt einer der begehrtesten jungen Deckhengste in Irland und Vater von Knife Edge. Wenn das keine guten Vorzeichen sind.

Doch auch wenn für Knife Edge die Trauben in Royal Ascot noch zu hoch hängen – er ist sicher kein schlechter Mehl Mülhens-Sieger, denn er zeigte schon gute Leistungen auf Sand und Turf, hat sich von Rennen zu Rennen gesteigert und besitzt viel Kaliber. Da kann man auf die weitere Rennkarriere gespannt sein.

Knife Edge auf dem Weg zum klassischen Sieg

Start-Ziel: Knife Edge und Ryan Moore dominieren das Mehl Mülhens-Rennen von Beginn und können in der Geraden immer wieder zulegen. (Foto: Turfexperte)


Degas, Noor Al Hawa & Co

Von den deutschen Teilnehmern machte natürlich Degas mächtig Eindruck. Nach einem Rennen auf Warten schob ihn Adrie de Vries in der Geraden ganz behutsam durchs Feld. Auf den letzten 150 Metern explodierte der Röttgener dann regelrecht. Er war mit Abstand schnellstes Pferd und verpasste den Sieg nur knapp.

Noor Al Hawa zeigte beim zweiten Saisonstart die erwartete Steigerung. Er sieht aus wie ein absolutes Klassepferd und besitzt ähnlich viel Kaliber, wie vor Jahren Royal Abjar. Wir denken, dass er sich noch weiter steigern kann. Dann sollte der erste Gruppesieg nicht lange auf sich warten lassen.

Für den Publikumsliebling Millowitsch war im Mehl Mühlens-Rennen nicht mehr drin. Er hatte zu Beginn ein unruhiges Rennen und ging etwas heftig, doch alles in allem war der Rennverlauf in Ordnung. Andreas Helfenbein ritt in stark aus und er war reell geschlagen.

Vom Rest des Feldes konnte Parvaneh aus hinteren Regionen noch schön Boden gutmachen. Die Stute zog sich als Fünfte gut aus der Affäre. Auch Baroncello lief als Sechster nicht verkehrt. Für ihn kam so ein Rennen noch zu früh. Doch sieht er wie ein Rennpferd aus und kann sich bestimmt im Saisonverlauf steigern.

Ein echter Klassiker, aber sonst?

Wer am Montag den Weg nach Weidenpesch machte, wurde mit einem spannenden Klassiker belohnt. Auch Ryan Moore reiten zu sehen war gewiss den Ausflug wert.

Doch mal ehrlich: das sportliche Rahmenprogramm war für einen Classic Day mehr als mager. Nichts gegen Basissport, aber wer platziert denn drei Ausgleich IV und einen Ausgleich III unmittelbar vor so einem Hauptereignis?

So ragte das Mehl Mülhens-Rennen aus der Karte wie ein Leuchtturm. Vielleicht auch ein Grund, warum Ryan Moore nur einmal in den Sattel stieg – schade eigentlich.

Mehl Mülhens-Rennen 2016


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