Frühjahrsmeeting 2016: Der Rückblick

Finish bis zur Ziellinie in Baden-Baden
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Shining Emerald und Eduardo Pedroza

Supersprinter Shining Emerald

Silberne Peitsche: Shining Emerald gegen Donnerschlag und Daring Match

Der schnellste Schimmel in Deutschland: in der Silbernen Peitsche sieht es lange nicht gut aus für Shining Emerald. Doch der Sprinter-Star rauft sich gegen Donnerschlag (links) und Daring Match (Mitte) zu einem Sieg des reinen Willens. (Foto: Turfexperte)


Der erste Höhepunkt im deutschen Turfkalender ist vorbei. Das 4-tägige Frühjahrsmeeting in Baden-Baden bot eine Menge interessanten Sport – auch wenn es nichts aus dem großen Duell zwischen Ito und Nightflower am Finaltag wurde.

Was waren die bemerkenswertesten Leistungen und welche Pferde könnten im weiteren Saisonverlauf noch richtig aufdrehen? Wir haben für Euch genauer hingesehen.

Der Champion

Unser Champion des Meetings heißt Shining Emerald. Der Schimmel dominiert die deutsche Sprinterszene jetzt schon seit einem Jahr. Sein Sieg in der Silbernen Peitsche war der zweite in Folge. Im letzten Jahr holte er sich das Rennen, das damals noch in München ausgetragenen wurde, bei passend weichem Boden im Handgalopp.

In Iffezheim musste er sich jetzt schon mehr ins Zeug legen. Eingangs der Geraden schob ihn Eduardo Pedroza dann auch schon an und der haushohe Favorit war in arger Bedrängnis. Doch durch eine wahre Energieleistung von Ross und Reiter tankte er sich in der Geraden durchs Feld.

Für den Sieg schien er trotzdem nicht mehr in Frage zu kommen. Dazu waren Donnerschlag und Daring Match zu weit enteilt. Auf den letzten 50 Metern fand Shining Emerald dann den höheren Gang und zog unwiderstehlich an seinen Gegnern vorbei. „Sicher“ mit einer Länge Vorsprung hieß der Richterspruch.

Shining Emerald hat es wieder allen gezeigt. Auf weichem Boden ist er noch besser und Andreas Wöhler schließt Auslandsstarts in diesem Jahr nicht aus. Dann könnte der Clodovil-Sohn auch international auf sich aufmerksam machen. Wir drücken die Daumen!

Trainer Wöhler bringt Shining Emerald zur Siegerehrung

Von Erfolg zu Erfolg: Andreas Wöhler folgt seinem Sprinterstar Shining Emerald zur Siegerehrung in der Silbernen Peitsche. (Foto: Turfexperte)

Iquitos und Norman Richter stürmen zum Sieg

Der Favorit Ito ist geschlagen: Iquitos stürmt im Großen Preis der badischen Wirtschaft gegen Articus zum Sieg. (Foto: Turfexperte)


Das Team der Herzensbrecher

Hans-Jürgen Gröschel gilt als Meister der Ausgleichsrennen in Baden-Baden. Ob Supreme Dominie, Albireo Star, Totti, Foreign Princess,Turgenjew oder Redesert.

Die Liste der Sieger aus dem Hannoverschen Quartier ist lang. Mit Waleria (2006) und Polish Volcano (2013) gelangen dem Trainer auch schon zwei Erfolge auf Gruppeebene an der Oos.

Jetzt hat Iquitos mit dem Großen Preis der badischen Wirtschaft für das absolute Highlight gesorgt – und für eine handfeste Überraschung.

Streng auf Warten geritten blieben Iquitos und Jockey Norman Richter bis zum Schlussbogen am Ende des Feldes. Um den Knick sparte Richter seinem Pferd so manchen Meter als er nicht wie alle anderen nach Außen ging, sondern auf kürzestem Weg in die Gerade preschte. Spielend leicht kam der Adlerflug-Sohn so in die vordere Linie und schon 200 Meter vor dem Ziel war klar, dass der Sieger nur Iquitos heißen konnte.

Nach dem Rennen war Hans-Jürgen Gröschel mehr als den Tränen nah. Und auch für Jockey Norman Richter, der mit dem Grand Prix seinen ersten Saisonsieg feierte, kannte die Freude keine Grenzen.

Ein Sieg des kleinen gallischen Dorfs gegen das mächtige römische Imperium. Für Gröschel ein bemerkenswerter Erfolg – fast am Ende seiner langen Trainerkarriere und für Norman Richter hoffentlich die Chance, stärker von anderen Trainern berücksichtigt zu werden. Verdient hätte er es allemal.

Der Newcomer

Wer ist eigentlich Pierre Bazire? Auf alle Fälle ein Name, den man sich merken sollte. Denn der 18 jährige Franzose gab am Meetings-Samstag eine blitzsaubere Vorstellung in Baden-Baden.

Drei Mal stieg der junge Mann in den Sattel. Zwei erste Plätze und ein vierter Rang waren die Ausbeute. Trainer Michael Figge wird es gefreut haben, denn Bazire war ausschließlich auf seinen Pferden unterwegs.

Bei seinen beiden Siegen konnte er nach Rennen aus dem Vordertreffen durch ein energisches aber nicht überhartes Finish überzeugen. Zumindest im Nachwuchsrennen hätte Bazire wohl auch locker auf der zweitplatzierten Ismay gewonnen.

Wir hoffen, dass wir Bazire bald in Deutschland wiedersehen!

Iquitos nach dem Sieg im Großen Preis der badischen Wirtschaft

Haben es allen gezeigt: Iquitos und Norman Richter als Sieger im großen Frühjahrs-Grand Prix. (Foto: Turfexperte)


Grand Prix Sieg für Iquitos

Das Handicap des Meetings

Mit Formpferden aus ganz Deutschland sind die Handicaps in Baden-Baden immer eine spannende Sache. Wer hier gute Formen zeigt, sollte in den nächsten Rennen immer beachtet werden. Das beste Handicap des Meetings ist für uns der Badener Roulette-Preis am Finaltag gewesen.

Und was für eine Vorstellung boten die beiden Favoriten Bergwind und Matchwinner! Mit sieben Längen distanzierten sie das restliche Feld im Finish. Nach hartem Kampf setzte sich der noch wenig geprüfte Bergwind durch.

Bei ihm sollte noch viel mehr drin sein – vielleicht sogar der Sprung in die Grand Prix Klasse. Matchwinner kann in dieser Form gar nicht anders als sein nächstes Rennen gewinnen.

Doch auch die Platzierten sollte man für die nächsten Rennen beachten: den guten Wind Chill, Waky Sol und den Riesenaußenseiter Action Please, der erfolgreich auf weitere Wege umgestellt wurde.

Der Husarenritt

Der beste Ritt des Meetings kommt von einem guten alten Bekannten: Andreas Suborics. Seit Subi wieder in Deutschland reitet, hat er schon einige gute Ritte gezeigt.

Beim Frühjahrs-Meeting war er in glänzender Form. Sein Sieg auf Zantaro am Donnerstag war den Eintritt wert. Suborics schickte den großrahmigen Le Havre-Sohn nicht sofort an die Spitze, sondern wartete bis zur Gegengeraden.

Dann klaute er dem Feld Meter um Meter und schon vor dem Schlussbogen führte er bequem mit 5-6 Längen. Eingangs der Geraden wuchs der Vorteil sogar noch an und das reichte bis zum Schluss. Die Gegner – allen voran Dalmore – holten zwar auf, doch Suborics hatte Zantaro das Rennen richtig eingeteilt.

Ein meisterlicher Ritt oder wie es der Rennkommentator so treffend bemerkte – ein Husarenritt.

Frühjahrsmeeting: Was sonst noch war

Natürlich gab es mit noch jede Menge anderer Highlights beim großen Frühjahrsmeeting. Den Sieg von Royal Solitaire in der Badener Meile zum Beispiel oder den Auftritt von Wai Key Star, der den Röttgener El Loco mal wieder auf einen Ehrenplatz verwies.

Besonders gefallen hat uns aber noch der Sieg von Techno Queen. Die eisenharte Manduro-Stute siegte auf Listenebene wie im Vorjahr. Der Ritt von Adrie de Vries, der bei den Jockeys mit vier Erfolgen Meetings-Champion wurde, war nervenstark. Er war sich sicher, dass er noch bequem an Arles vorbeikommt.

Was waren Eure Highlights des Frühjahrsmeetings und welche Pferde sollten wir demnächst stärker beachten? Schreibt uns Eure Meinung!

Handicap in Baden-Baden

Bergwind gegen Matchwinner: im Badener Roulette-Preis gibt es ein packendes Finish. (Foto: Turfexperte)


Top-Jockeys des Badener Frühjahrs-Meeting

JockeyStartsSiegeSiegschnittPlatzschnitt
%%
A.de Vries24416,745,8
A.Suborics17317,658,8
St.Hellyn22313,627,3
E.Pedroza21314,323,8
F.Minarik2129,552,4
I.Ferguson16212,550,0
M.Seidl11218,245,5
F.Da Silva14214,328,6
D.Porcu18211,122,2
M.Lerner9222,233,3
P.Bazire3266,766,7

Top – Trainer des Badener Frühjahrs-Meeting 2016

TrainerStartsSiegeSiegschnittPlatzschnitt
%%
M.Hofer10440,050,0
T.Potters8337,562,5
S.Smrczek9333,355,6
M.Klug12216,766,7
W.Hickst12216,750,0
P.Schiergen15213,340,0

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